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Bipolare Störungen =
Manisch-depressive Erkrankung

Ursache ist die Instabilität verschiedener Botenstoffsysteme. Von den Verläufen her ist die Erkrankung sehr vielfältig. Es gibt Verläufe, bei denen die depressiven Episoden stark überwiegen, aber auch manische, also übermäßig euphorische, Episoden vereinzelt hinzukommen. In anderen Fällen überwiegen die manischen Episoden. Manchmal ist es gleichmäßig verteilt. Eine manische Episode ist gekennzeichnet durch eine „zu gute” Stimmung, eine Euphorie, der keine Ursache zuzuordnen ist, ein starker Aktivitäts- und Rededrang, ein vermindertes Schlafbedürfnis und eine Störung der Urteilsfähigkeit unter der Annahme, mehr zu können als tatsächlich möglich ist. Manchmal wird zu viel Geld ausgegeben, manchmal werden zu viele Dinge gleichzeitig begonnen, manchmal wird das Leben an sich „in zu vollen Zügen” genossen. Die Gedanken, die Bewegungen und auch die Wahrnehmungen sind stark beschleunigt. An und für sich ist, wie man aus der Beschreibung sehen kann, eine manische Episode ein eher angenehmer als unangenehmer Zustand, den selten ein Patient behandeln lassen will. Das ist auch nachvollziehbar, aber nach der manischen Episode folgen oft depressive Verstimmungen, die auf jeden Fall äußerst unangenehm sind. Außerdem führt die Manie zu Schädigungen, z.B. zum finanziellen Ruin, zu körperlichen Schäden aufgrund der körperlichen Erschöpfung oder zu sozialen Schwierigkeiten aufgrund der starken Beanspruchung der Umgebung, das nicht so schnell und aktiv ist. Auch beobachtet man verstärkte Aggressivität, die im Rahmen der manischen Episode, zumindest im längeren Verlauf, häufig auftritt. Behandelt wird eine bipolare Störung mit stimmungsstabilisierenden Medikamenten wie Lithium oder Carbamazepin oder Valproinsäure, die sonst auch gegen Epilepsie eingesetzt werden. In der Epilepsiebehandlung stabilisieren sie ebenfalls die verschiedenen Botenstoffe und deshalb wirken sie auch bei den bipolaren Störungen. Depressive Episoden können auch mit Antidepressiva (Depression) behandelt werden. Denkstörungen bei einer schweren manischen Episode müssen unter Umständen mit Neuroleptika behandelt werden. Unter einer angemessenen Therapie, die auch psychotherapeutisch die Bewältigung des „Abschieds von der Manie” und andere Umweltfaktoren beinhalten sollte, kann man die verschiedenen Episoden ganz vermeiden. Ohne Behandlung werden sie immer schwerer wiederkehren und es werden wie auch bei anderen seelischen Erkrankungen Restsymptome bleiben wie Aufmerksamkeits-, Konzentrations- und Auffassungsstörungen.


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