Interferone
Interferone sind Proteine oder Glykoproteine, die eine immunmodulierende Wirkung entfalten. Sie werden als körpereigenes Gewebehormon in menschlichen und tierischen Zellen, v.a. von Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und anderen Zellen der Immunabwehr gebildet. 1957 entdeckten der Brite Isaacs und der Schweizer Lindemann die Interferone. 1979 gelang erstmals die Übertragung von menschlichen Interferon-Genen in Bakterien, wodurch die Herstellung von reinem Interferon in beliebigen Mengen möglich wurde.
Es gibt verschiedene Arten von Interferone wie die Alpha-Interferone, die neurologisch keine Bedeutung haben. Das Beta-Interferon ist ein Glykoprotein, das von virusinfizierten Zellen des Bindegewebes und vermutlich auch von anderen Zellen gebildet wird. Es wird zur Behandlung von
Multipler Sklerose und schweren Viruserkrankungen eingesetzt. Das Interferon beta-1b trägt den Markennarmen Betaferon® und ist von der Firma Schering seit 1995 auf dem Markt. Verschiedene Substrate des Interferon beta-1a sind unter dem Namen Avonex® der Firma Biogen und Rebif® der Firma Serono erhältlich und unterscheiden sich hauptsächlich in der Anwendung. Avonex® wird einmal wöchentlich in den Muskel injiziert, Rebif® dreimal wöchentlich unter die Haut. Die Interferone reduzieren die Schubfrequenz und die Schwere der Schübe einer Multiplen Sklerose.
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