Migräne
Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch einen anfallsartigen, pulsierenden und meist halbseitigen Kopfschmerz gekennzeichnet ist, der oft von Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und / oder Geräuschempfindlichkeit begleitet wird. Bei manchen Patienten geht einem Migräneanfall eine sogenannte „Aura” voraus, während der meist einseitige Seh- oder Empfindungsstörungen auftreten. Hierbei ist das „Wandern” der Symptome charakteristisch, z.B. ein „wanderndes” Flimmern vor den Augen oder „wandernde” Kribbelgefühle der Extremitäten. Die überwiegende Mehrheit der Patienten hat zwar keine Aura, jedoch gibt es häufig Vorboten wie Unruhe, Gereiztheit und Stimmungsveränderungen. Die Kopfschmerzen an sich können ein bis drei Tage anhalten. Selten gibt es auch Migräneformen ohne Kopfschmerzen, bei denen nur neurologische Ausfälle wie die flimmernden Sehstörungen auftreten. An Migräne leiden meistens Personen zwischen 25 und 45 Jahren. Häufig wird jedoch auch eine kindliche Migräne beobachtet. Je jünger die Patienten sind, desto eher sind genauso viele Männer wie Frauen betroffen. Im späteren Alter verschiebt sich die Häufigkeit auf die Seite der Frauen.
Die Diagnosestellung erfolgt durch die Befragung des Patienten und die Erhebung der Krankengeschichte. Mit Hilfe des
EEG, der
CT, der
MRT und der
Dopplersonographie müssen andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen werden.
Die Intensität der Migräneanfälle und die Anfallshäufigkeit kann durch geeignete medizinische Maßnahmen meist reduziert werden. Allerdings ist gelegentlich auch durch eine Änderung der Lebensführung eine komplette Symptomfreiheit erreichbar. Zur Akutbehandlung sind Mittel der ersten Wahl Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen und Triptane, spezielle Migränemittel. Für die prophylaktische Behandlung der Migräne, das heißt zur Reduktion der Anfallsstärke und –häufigkeit, sind die Mittel der ersten Wahl Beta-Blocker (Metoprolol und Propranolol), Flunarizin und Cyclandelat.
Erste Versuche der Behandlung der Migräne – mittels Schädeleröffnung – lassen sich bis in die Mittelsteinzeit zurückverfolgen. Auch aus dem alten Ägypten während der Pharaonenzeit sind Behandlungsversuche, indem dem Patient ein Krokodil auf den Kopf gebunden wurde, dokumentiert. Hippokrates und Galen diskutierten verschiedene „Dämpfe” als Ursache für die Migräne.
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